Freitag, 16. September 2011

Colombiana

Plakat »Colombiana« (F/USA 2011)
Darsteller: Zoë Saldana (Cataleya), Amandla Stenberg (Cataleya als Zehnjährige), Cliff Curtis (Tio (=Onkel) Emilio), Lennie James (Ross, FBI), Jordi Mollà (Marco)
Buch: Luc Besson, Robert Mark Kamen
Fotografie: Romain Lacourbas
Montage: Camille Delamarre
Musik: Nathaniel Méchaly
Regie: Olivier Megaton

Der Boss einer kolumbianischen Gang lässt einen seiner untreuen Anhänger samt Ehefrau kaltmachen. Die kleine Tochter Cataleya flüchtet und kann sich bis in die USA zu ihrem Onkel durchschlagen. Der bildet sie zur Killerin aus und verschafft der mittlerweile Erwachsenen Aufträge. Doch nebenbei verfolgt Cataleya ihre eigenen Pläne: Rache an den Mördern ihrer Eltern.

Irgendwo im Internet stand, dass der Film ursprünglich eine Fortsetzung von »Léon, der Profi« sein sollte. Mit der damaligen »Mathilde« Natalie Portman wäre das ein ganz anderer Film gewesen. So dreht sich alles um Kolumbianer und das organisierte Verbrechen. Dementsprechend dominieren Erdfarben und ein gewisser grobkörniger Schmuddellook, den ich eigentlich nicht mag. Hier passt er ausgezeichnet. Und die Haupdarstellerin? Vergesst Jason Statham. Zoë macht das wesentlich eleganter!

Die blutige Handlung ist arg reduziert, allerdings werden die Attentate so raffiniert durchgeführt, wie das sonst nur im sogenannten Heist-Genre gezeigt wird. Das ist packend in Szene gesetzt und mir haben die Action-Szenen in all ihrer Eleganz gefallen. Und das mit Johnny Cashs »Hurt« unterlegte Ende hat mich zum Kauf der CD verführt.

Vier von fünf Sternen

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Mittwoch, 7. September 2011

Wiedereröffnung Filmmuseum Frankfurt

Deutsches Filmmuseum Frankfurt Nach fast zweijähriger Renovierungszeit hat das »Deutsche Filmmuseum« in Frankfurt seit dem 12. August 2011 wieder geöffnet. Freitag und Samstag wurde mit geladenen Gästen gefeiert, am Sonntag war dann für das gemeine Volk »Tag der offenen Tür«. Jedermann konnte über den roten Teppich wandeln und sich die neuen Räumlichkeiten anschauen.

Zur Ausstellung kann ich auch wenig sagen; es war schrecklich überfüllt und die Klimaanlage war dem schwülheißen Wetter und dem Publikumsandrang nicht gewachsen. Muss ich mir alles noch einmal in Ruhe anschauen, wenn weniger Betrieb ist.

Gewundert habe ich mich über den verschenkten Platz im Erdgeschoß: ein großzügiges Foyer ist zwar schön, noch schöner wäre es, würde der Platz für Exponate genutzt.

Foto Leider konnte das im Keller des Gebäudes untergebrachte Kino nicht wesentlich vergrößert werden, aber es wurde einiges getan: Einbau von Dolby Digital- und DTS-Tonsystem, neue Objektive, neue digitale 2k-Projektionstechnik mit 3D-System (natürlich kann auch weiterhin 70mm und 35mm vorgeführt werden). Die neuen Sitze sind bequem und der früher in tristem schwarz und grau gehaltene Saal zeigt sich jetzt in Cinerama-Rot.

Michael Bully Herbig Ich hatte die Kamera dabei und die Gelegenheit genutzt, auch einmal als Fotograf am roten Teppich herumzuhängen und auf Prominenz zu warten.

Michael Bully Herbig Besonders gefreut hatte ich mich auf die Vorführung von Alfred Hitchcocks »Psycho« an diesem Abend, den sich überraschenderweise Michael »Bully« Herbig als Wunschfilm ausgesucht hatte.

Foto »Bully« hat buchstäblich im Schweiße seines Angesichts gut gelaunt Unmengen von Autogrammen geschrieben.

Und saß dann bei »Psycho« tatsächlich im Kino und hat anschließend mit dem Publikum und Museumsdirektorin Claudia Dillmann begeistert über den Film und alles mögliche diskutiert. Eine nette Veranstaltung.

Foto Foto
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Donnerstag, 1. September 2011

Programm 7. 70mm Festival in Karlsruhe

Plakat Das Programm des 7. 70mm-Festivals in der Karlsruher »Schauburg« wurde auf in70mm.com veröffentlicht.

Die vor längerer Zeit angekündigte neue Kopie von »West Side Story« ist leider nicht dabei.

Während in Bradford Klassiker wie »Die Brücke am Kwai«, »Lawrence of Arabia« und »Doktor Schiwago« gezeigt wurden, bin ich beim ersten Blick auf das Karlsruher Programm ein wenig ratlos – ich kenne überhaupt keinen der Filme. Bis auf den Ska-Konzertmitschnitt »Dance Craze«, der in Bradford lief.

Also die Suchmaschinen angeworfen und ein wenig gestöbert.

Freitag

Bela

Plakat Laut Kabeleins-Filmlexikon eine 1966 in der UDSSR in Sovscope 70 gedrehte aufwendige Verfilmung eines Romans von Lermontow. Zaristischer Offizier verliebt sich in ein einfaches Mädel.

Original mit Untertiteln.

The greatest Story ever told

Greatest Story Max von Sydow als Jesus – John Wayne als Zenturio. Überhaupt scheint man alle greifbaren Stars in diesen Film gestopft zu haben: Carroll Baker, Charlton Heston, Martin Landau, Angela Lansbury, David McCallum, Roddy McDowall, Donald Pleasence, Sidney Poitier, Telly Savalas und sogar Claude Rains.

Präsentiert in Ultra Panavision, also 70mm mit Anamorphot: extrem breites Bild, vermutlich dann im Kino mit "schwarzen Balken" oben und unten. Deutsche Fassung.

Vortrag von Oscar-Preisträger Kevin Brownlow

From Biograph to Fox Grandeur. Early Experiments in Large Format Presentations

The Bat Whispers

Bat Whispers

Auf 65mm gedrehter Schwarzweißfilm von 1930. Gezeigt wird eine restaurierte Fassung des Thrillers in 35mm.

Samstag

Missouri / Wild Rovers

Wild Rovers Der einzige Western unter Regie von Blake Edwards, der auch das Buch geschrieben hat. William Holden und Ryan O'Neal als Cowboys, die die Arbeit satt haben und deshalb eine Bank überfallen.

Karl Malden als böser Rancher (für die, die ihn nur aus »Die Straßen von San Francisco« kennen: Malden ist großartig als Bösewicht!), dazu Musik von Jerry Goldsmith.

Klingt interessant, besonders für Westernfans wie mich. Deutsche Fassung.

Sheherazade - Der goldene Löwe von Bagdad

Scheherazade Selten zu sehender französischer Monumentalfilm

Auf der Anna Karina Fanseite findet sich ein kurzer Clip mit der Hoffnung des Seitenbetreibers, dass es irgendwo eine erhaltene Filmkopie geben möge. Gibt es. In Karlsruhe zu sehen ;-)

Deutsche Fassung.

Dance Craze

Dance Craze Live Mitschnitt von Clubkonzerten der damals angesagtesten britischen Ska-Bands: Madness, Bad Manners, The Specials u. a. Die Kameramänner waren im Wortsinn mittendrin.

Wer nie auf einem Ska-Konzert war, kann sich hier einen Eindruck verschaffen, was ihm entgangen ist. Ich muss gestehen, dass das nicht ganz meine Musik ist. Die meisten Saxophonisten würde ich erst einmal zurück in den Musikunterricht schicken ...

Hamlet

Hamlet Vierstündige Shakespeare-Verfilmung von und mit dem Meister Kenneth Brannagh, Julie Christie, Charlton Heston, Derek Jacobi und Kate Winslet.

Aufgenommen 1996 in Super Panavision 70 mit 6-Kanalton.

Darauf bin ich sehr gespannt, weil die Kopie ja kaum verblaßt sein kann und einen Eindruck geben sollte, wie 70mm eigentlich aussah.

Originalversion.

Sonntag

A Chorus Line

Chorus Line Musikfilm von Sir Richard Attenborough über das gnadenlose Casting von Musicaldarstellern in einem Theater mit Michael Douglas und in einer Nebenrolle Audrey Landers.

Oscars für Best Song, Best Editing, Best Sound.

Deutsche Fassung, Lieder Gott sei Dank im Original.

55 Days in Peking

55_days Kein 70mm-Festival ohne Charlton Heston. Irgendwer hat mal gesagt, dass kein anderer Schauspieler so oft in 70mm-Filmen mitgewirkt hat.

Und in Karlsruhe ist er in diesem Samuel-Bronston-Abenteuerschinken über den Boxeraufstand schon zum dritten Mal zu sehen.

Daneben spielen Ava Gardner und David Niven. Dimitri Tiomkins Musik war für den Oscar nominiert. Deutsche Fassung.

Plakat

Kanadische Kurzfilme

Flagge

  • A place to stand
  • Multiple man
  • Seasons of the mind
  • Where the north begins
  • Festival / Ontario

Kelly's Heroes

Kelly's Heroes Clint Eastwood, Donald Sutherland und Telly Savalles als Soldaten im zweiten Weltkrieg, die nicht ganz legal zu Reichtum kommen wollen.

Musik von Lalo Schifrin.

Deutsche Fassung.

7. 70mm-Filmfestival vom 7. bis 9. Oktober 2011 in der »Schauburg« in Karlsruhe. Alle Infos unter Thomas Hauerslevs wunderbarer Webseite in70mm.com

Samstag, 20. August 2011

Captain America

»Ich dachte du bist tot!«
»Ich dachte du bist kleiner.«

Plakat »Captain America – The first Avenger« (USA 2011)
Darsteller: Chris Evans (Steve Rogers / America), Hayley Atwell (Peggy Carter), Hugo Weaving (Johann Schmidt), Tommy Lee Jones (Colonel Philipps)
Buch: Christopher Markus, Stephen McFeely nach den Comics von Joe Simon und Jack Kirby
Fotografie: Shelly Johnson
Montage: Robert Dalva, Jeffrey Ford
Musik: Alan Silvestri, Alan Menken
Regie: Joe Johnston

Steve Rogers will als braver Amerikaner unbedingt zum Militär, um in Europa das Böse zu bekämpfen. Weil er klein und schmächtig ist, wird er trotz mehrfacher Versuche abgelehnt. Schließlich schafft er es in ein Spezialprogramm, in dem besessene Wissenschaftler den Supersoldaten erschaffen wollen. Das gelingt, allerdings wird Steve dann nur für Reklameshows als »Captain America« eingesetzt, um die Kriegsfinanzierung anzukurbeln.

Irgendwann landet die Showtruppe zur Unterhaltung an der Front, wo der Reklameheld trotz aller Muskeln ausgebuht wird. Um zu beweisen, dass er mehr als nur ein Pappkamerad ist, zieht Captain America als Einmannstoßtrupp los, um Gefangene aus dem Labor des bösen Naziforschers Johann Schmidt zu befreien. Schmidt will die Weltherrschaft an sich reißen und hat sich eine Spezialtruppe mit Geheimwaffen geschaffen ...

Glücklicherweise ist Captain America nicht halb so ernst gemacht, wie diese Inhaltsangabe vermuten lässt. Von allen Marvel-Filmen rund um die Avenger-Superhelden ist er der humorvollste (ok, »Iron Man« war besser - aber nur wegen Robert Downey Jr.) und gelungenste. Das historische Ambiente hat mir gefallen. Chris Evans hat ein paar wirklich komische Szenen (die Nummer mit dem Fahnenmast!) und Hugo Weaving gibt einen überzeugenden Bösewicht. Schade, dass er fast den ganzen Film diese dämliche Maske tragen muss. Hayley Atwell ist nett anszusehen und Tommy Lee Jones hätte viel, viel mehr »screen time« verdient. Und den Film mit der Schlussszene zu beginnen war keine gute Idee, weil man später das Ende zu früh erahnt.

Alles in allem eine gelungene Comicverfilmung ohne Tiefgang, schön anzuschauen und unterhaltsam.

Vier von fünf Sternen

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Montag, 15. August 2011

Planet der Affen: Prevolution

Plakat »Planet der Affen: Prevolution«
(»Rise of the Planet of the Apes«, USA 2011)
Darsteller: James Franco (Dr. Rodman), Andy Serkis (Caesar per Motion Capture), John Lithgow (Rodmans Vater), Freida Pinto (Caroline)
Buch: Pierre Boulle, Rick Jaffa, Amanda Silver
Fotografie: Andrew Lesnie
Montage: Conrad Buff IV, Mark Goldblatt
Musik: Patrick Doyle
Regie: Rupert Wyatt

Die Story im Telegrammstil: Wissenschaftler (James Franco) auf der Suche nach einem Alzheimer-Medikament für seinen Vater (John Lithgow) züchtet hyperintelligente Affen, Experiment mißlingt, alle Versuchstiere werden getötet, eines wird gerettet und heimlich zu Hause aufgezogen. Wer »Planet der Affen« kennt, weiß, dass das nicht gut geht.

Kommentar: Nicht noch ein Abklatsch von »Planet der Affen«, dachte ich bei den ersten Trailern. Die lobende Besprechung bei Bummelkino hat mich doch zum Kinobesuch verleitet. Und ich war sehr positiv überrascht: einer der interessantesten Popcorn-Filme des Jahres. Wenn man sich mit den Beteiligten hinter der Kamera beschäftigt, wundert das einem auch nicht mehr so sehr. Amanda Silver war am Drehbuch für »Die Hand an der Wiege« beteiligt, Kameramann Andrew Lesnie bei »Herr der Ringe« und das Editorenteam Buff und Goldblatt hat unter anderem die Cameron-Filme »Terminator 2«, »Abyss «und »True Lies« in Form gebracht. James Franco ist sowieso immer sehenswert. Dazu noch John Lithgow ...

Ein rundum gelungener Film. Von dem ich mit dem gleichen Team gerne eine Fortsetzung sehen würde.

5 von 5 Sternen.

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Donnerstag, 11. August 2011

The American

Plakat Kleiner, feiner, ruhiger Film. George Clooney als perfektionistischer Killer, der auch perfekte Mordinstrumente baut. Für einen letzten Job hat er sich in ein gottverlassenes italienisches Kaff verkrümelt.

Dort feilt er an einem Gewehr, trinkt ab und zu ein Gläschen mit dem Dorfgeistlichen und verliebt sich in die Nutte mit Herz (gut, das Klischee wäre nicht nötig gewesen).

Das Ende fand ich bescheuert, weil ich solche Enden nicht mag. Sonst ein sehenswerter Film, wenn man sich auf die Langsamkeit einlassen kann.

Vier von fünf Sternen. Weil ich Clooney-Fan bin.

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Mittwoch, 10. August 2011

Super 8

Plakat »Super 8« (USA 2011)
Darsteller: Elle Fanning (Alice, Hauptdarstellerin), Joel Courtney (Joe Lamb, Makeup), Riley Griffiths (Charles, Regisseur), Ryan Lee (Cary, Pyrotechniker), Kyle Chandler (Deputy Jackson Lamb)
Buch und Regie: J. J. Abrams
Fotografie: Larry Fong
Montage: Maryann Brandon, Mary Jo Markey
Musik: Michael Giacchino

Ende der 70er Jahre: Eine Gruppe zwölfjähriger Schüler dreht für einen Wettbewerb auf Super 8 einen Zombiefilm. Bei einer Bahnhofsszene entgleist ein vorbeifahrender Zug. Im Handumdrehen erscheint die US-Armee, um ihr im Zug transportiertes Eigentum sicherzustellen.

Erst nach der Filmentwicklung entdecken die Kinder, dass die beim Unfall umgestürzte Kamera weitergelaufen ist und ein seltsames Wesen zeigt, das aus dem Zug flüchtet. Zur gleichen Zeit verschwinden in dem Städtchen alle Hunde, nach und nach auch Personen und Fahrzeuge werden auf rätselhafte Weise demoliert.

Fast könnte man meinen, dass »Super 8« ein verschollenes Werk von Steven Spielberg aus seiner besten Zeit sei, das erst jetzt in die Kinos gekommen ist. Viele Szenen erinnern an »ET« oder die »Goonies«. Wenn man damit zurecht kommt, dass Kinder die Hauptrollen spielen, steht einem vergnüglichen Abend nichts im Weg. Einziger Wermutstropfen sind die wie schon bei »Star Trek« übertrieben oft eingesetzten Linsenreflexeffekte. Und der Zugchrash, der unnötig lang ist und zu sehr nach Computeranimation aussieht.

Beim Abspann nicht gleich 'rausrennen: der Super-8-Film wird natürlich in Gänze gezeigt. Muss sagen, dass ich das Zugunglück dort viel gelungener finde.

Fünf von fünf Sternen.

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Mittwoch, 10. August 2011

Wer ist Hanna?

»Ich hab dein Herz verfehlt.«

Plakat Ein verstörendes Meisterwerk mit exzellenter Bildkomposition, getragen von den überragenden Schauspielern. Perfekt für die Verfolgungsjagden: die hämmernden Beats der Chemical Brothers. Nur einmal wird klassische Musik verwendet, Griegs »In der Halle des Bergkönigs«. Dynamik und Accellerando passen so perfekt, als sei das Stück extra für diese Szene komponiert. Und der verfallende Vergnügungspark als Kulisse für den finalen Showdown: grandios!

Mein Film des Jahres 2011.

Fünf von fünf Sternen. Unbedingt anschauen.

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