Freitag, 29. Oktober 2010

RED

Marvin (John Malkovich): »Ich finde, dass der Secret Service früher härter drauf war.«

Plakat

»RED« (USA 2010)
Darsteller: Bruce Willis (Frank Moses), Mary-Louise Parker (Sarah), Karl Urban (Cooper), John Malkovich (Marvin), Morgan Freeman (Joe) und Helen Mirren (Victoria)
Buch: Jon Hoeber, Erich Hoeber nach dem Comic von Ellis/Hamner
Fotografie: Florian Ballhaus
Montage: Thom Noble
Musik: Christophe Beck
Regie: Robert Schwentke

Die Tage des Pensionärs Frank Moses (Bruce Willis) sind alle gleich: Aufstehen, frühstücken, Sport und ein kleiner Telefonflirt mit der Sachbearbeiterin Sarah (Mary-Louise Parker) bei der Pensionskasse. Bis mitten in der Nacht ein Killerkommando in den Vorstadtbungalow einfällt. Weil Moses nicht irgendein Rentner ist, sondern Ex-CIA-Agent, entkommt er. Und weil er befürchtet, dass die Angreifer als Nächstes bei Sarah aufkreuzen, entführt er die Dame kurzerhand.

Auf der Flucht schaut er im Altersheim bei seinem früheren Mitstreiter Joe (Morgan Freeman) vorbei, damit der Erkundigungen nach dem Grund für diesen plötzlichen Angriff einholt. Froh über die Abwechslung hängt Joe sich ans Telefon.

Moses und Sarah fahren weiter zu Marvin (John Malkovich), um ihn ebenfalls um Hilfe zu bitten. Marvin wittert überall Verschwörungen und haust sicherheitshalber in einem Erdversteck. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem Ausweg.

Ich bin aus dem Kino gelaufen mit einem bescheuerten Grinsen und der Gewissheit, dass RED der bisher beste Film des Jahres war. Natürlich passt die Story des Films auf einen Zettel und hat einige Ungereimtheiten. Das wird von der Spielfreude des Ensembles mehr als wettgemacht. John Malkovich ist herrlich als durchgeknallter Agent, Helen Mirren wunderbar als Pensionärin, die neben ihren Gartenarbeiten immer noch kleine Spezialaufträge erledigt. Morgan Freeman ist perfekt, nur leider viel zu wenig zu sehen. Überhaupt leistet sich der Film den Luxus, die drei als Nebendarsteller einzusetzen.

Karl Urban war ein Glücksgriff bei der Besetzung des bösen Agenten, den er souverän spielt (ich habe erst im Nachhinein gemerkt, wieso er mir bekannt vorkam: im letzten »Star Trek« verkörpert er Dr. McCoy). Und Bruce Willis gibt mit großem Spaß seine gewohnte Heldenrolle. Nur Mary-Louise Parker stolpert ein wenig verloren durch den Film.

Robert Schwentke hat einen gelungenen, wohltuend altmodischen Actionfilm gedreht, in dem sich Spannung und Humor die Waage halten. Dank der Kameraführung von Florian Ballhaus (Sohn von Michael) und der Montage von Thom Noble verliert man in den Actionszenen nie den Überblick (und bleibt auch von der nervigen »Wackelkamera« verschont). Das Drehbuch von Jon und Erich Hoeber liefert kernige One Liner, die Musik von Christophe Beck ist passend, aber nichts Besonderes.

Die vielen negativen Kritiken kann ich nicht nachvollziehen, entweder liegt es am Alter oder die Blog-Kollegen waren in einem anderen Film. Bei »Scott Pilgrim« ging es mir genau umgekehrt.

Fünf von fünf Sternen.

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