Montag, 26. April 2010

Kick-Ass

»He, wer bist Du denn?
Das grüne Kondom?«

Mit dem bekloppten Trailer und dem dusseligen Plakat wäre ich nie auf die Idee gekommen, mir »Kick-Ass« anzuschauen. Nachdem aber Fefe den empfiehlt (hat der jemals einen Filmtipp gegeben?) und die Fünf Filmfreunde positiv urteilen, war ich in der Freitagsvorstellung.

»Kick-Ass« (USA 2010)
Darsteller: Aaron Johnson (Dave Lizewski / Kick-Ass), Clark Duke (Marty), Evan Peters (Todd), Chloë Moretz (Hit Girl / Mindy Macready), Nicolas Cage (Big Daddy / Damon Macready) Christopher Mintz-Plasse (Chris D'Amico / Red Mist), Lyndsy Fonseca (Katie)
Buch: Jane Goldman und Matthew Vaughn nach dem Comic von Mark Millar/John Romita Jr., Kamera: Ben Davis, Schnitt: Eddie Hamilton, Jon Harris, Pietro Scalia, Musik: Marius De Vries, Ilan Eshkeri, Henry Jackman, John Murphy, Regie: Matthew Vaughn

Dave (Aaron Johnson) ist der aus vielen Teeny-Filmen bekannte Looser, den es hier besonders schlimm erwischt hat: das von ihm angehimmelte Mädel (Lyndsy Fonseca) glaubt fest an das Gerücht, dass er schwul sei und behandelt ihn wie eine Art beste Freundin. Da wird gegenseitige Maniküre betrieben und sich gegenseitig die schwer erreichbare Rückenpartie mit Selbstbräuner eingeschmiert ...

Gehts noch schlimmer? Yep.

Dave will ein Verbrechensbekämpfer sein. Ein Superheld! Also lässt er sich ein grünes Kostüm schicken und beginnt zu trainieren. Als er versehentlich in eine Prügelei gerät, macht ein Gaffer mit seinem Handy ein Video, das er bei Youtube einstellt. Durchs Internet wird »Kick-Ass« zur kleinen Berühmtheit und seine Facebook-Seite wird überschüttet mit Mails.

Natürlich dauert es nicht lange, und er gerät bei einem »Besuch« bei Drogendealern in ernsthafte Schwierigkeiten. Wäre nicht das tatsächlich gut trainierte und bewaffnete Selbstjustiz-Duo Léon und Mathilde ... äh ... »Big Daddy« (Nicolas Cage) und »Hit Girl« (Chloe Moretz) zur Stelle, wäre es übel für ihn ausgegangen. Wie es der Zufall will, wird dabei nur ein Foto von »Kick-Ass« aufgenommen, der daraufhin in die Schusslinie der Gangsterbande gerät ...

Das alles ist respektlos in Szene gesetzt, zum Brüllen komisch und so blutig, dass ich mich wieder einmal frage, was man tun muss, um eine Freigabe ab 18 zu bekommen (Kick-Ass ist »ab 16«).

Der Film leistet sich die Dekadenz, Nicolas Cage in eine Nebenrolle zu stecken. Großartige Idee. Nein, meine ich nicht ironisch. Dazu wird hemmungslos zitiert aus Léon, Matrix, Spider-Man, Batman, Kill Bill; wirkt wie ein Werk von Tarantino auf Speed. Natürlich wird auch ein Thema von Ennio Morricone im Soundtrack verwendet.

Gelungene, völlig überdrehte Comic-Verfilmung, ein bischen zu blutig.
4 von 5 Sternen

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