Freitag, 11. März 2011

Rango

Bürger: »Was machen wir denn jetzt bloß, Sheriff?«
Rango: »Jetzt REITEN wir!«

Plakat

»Rango« (USA 2011)
Sprecher: David Nathan (Rango), Angela Wiederhut (Bohne), Michael Kessler (Klapperschlange)
Buch: John Logan
Animation: Industrial Light and Magic
Montage: Craig Wood
Musik: Hans Zimmer
Regie: Gore Verbinski

Mitten in der Wüste fällt bei einem Ausweichmanöver ein Terrarium von der Ladefläche, zerspringt und wird mitsamt dem darin sitzenden Chamäleon vergessen. Um nicht zu verdursten, macht sich die Echse auf den Weg zur Westernstadt »Dirt«, die nur von Tieren bewohnt wird. Im Saloon stellt sich das Chamäleon als Rango vor und erzählt den staunenden Zuhörern von angeblichen Heldentaten. Als Rango durch einen aberwitzigen Zufall einen Bussard tötet, ernennt der Bürgermeister den vermeintlichen Helden zum Sheriff. Die Bürger hoffen, dass er ihr dringendstes Problem löst: das verschwundene Wasser wiederzufinden.

Foto »Rango« ist der erste Animationsfilm von Gore Verbinski. Auch Industrial Lights and Magic betritt mit dem Film Neuland; bisher war die Firma für Trickszenen in Realfilmen wie bei »Star Wars« oder »Jurrassic Park« zuständig. Dementsprechend perfekt sehen die ganzen Oberflächen aus: die Pelze der Tiere, die Federn des Bussards, die Schuppen der Reptilien. Ich habe mich im Kino dabei ertappt, dass ich zu viel über das Aussehen der Figuren gestaunt habe – bei einem guten Film denke ich nicht über Nebensächlichkeiten nach. »Rango« ist nicht schlecht, aber nach dem überschwänglichen Lob von Roger Ebert und den Lobeshymnen bei Film-Zeit hatte ich mehr erwartet.

Der Film hat einige Längen. Das Chamäleon, das nicht nur mit der Stimme Johnny Depps spricht, sondern auch wie er herumzappelt und schwafelt, ging mir auf den Keks. Erst in der letzten halben Stunde wird der Film richtig gut. Und die Mariachi-Eulen, die wie der Chor in griechischen Theaterstücken das Geschehen kommentieren, sind putzig. Die Musik von Hans Zimmer zitiert Meisterstücke aus Ennio Morricones Italowestern; mir hätte es besser gefallen, wenn man gleich die unerreichbaren Originale genommen hätte.

»Rango« ist definitiv nicht für Kinder geeignet, und vielleicht wäre er als Realverfilmung besser gewesen. Mehr Publikum hätte er auf jeden Fall gefunden.

3,5 von 5 Sternen.

Gespeichert unter Filmkritiken   •   Noch keine Kommentare   •   Kommentar schreiben

Trackback-URL für diesen Eintrag

0 Kommentare zu "Rango"

Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)
  1. Noch keine Kommentare

0 Trackbacks zu "Rango"

  1. Keine Trackbacks

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.